Täglich grüßt das Murmeltier
;)
Sonntag auf dem
Camino.
8:30Uhr stehe ich auf und packe den
Rucksack, damit ich ihn runter bringen kann.
Um 9:00Uhr treffe ich mich mit
Danni vor der Herberge, wir rauchen noch in aller Ruhe eine Ziagarette und um 9:15Uhr gehts dann los.
Endlich mal wieder nur 22km und
keine 30iger.
Das schlaucht schon und meine
Besorgnis, das man dann doch noch Schaden erleidet, weil der Körper überansprucht wurde, steigt.
Willkommene kürzere
Etappe.
Aber man darf auch nicht vergessen,
das man durch das zusammenlegen der Etappen nun einen Tag gewonnen hat, welchen ich definitiv zum splitten oder nem extra Pausentag gebrauchen kann.
Haben ist besser als brauchen sagt
meine Mama immer ;)
Nachdem ich gestern gefallen an den
Hörbüchern gefunden habe, führte ich das heute weiter fort.
So habe ich der Krieger des Lichts
bis zum Ende gehört und mir manche Philosophien nochmal abschließend gedanklich verinnerlicht.
Wie gestern schon erwähnt ist es
ganz nützlich fürs Leben, wenn man einen kleinen Wegweiser gebrauchen kann.
Auch dieser Tag ist nicht mehr so
gespickt von neuen Beobachtungen, wird dominiert durch die langen monotonen Strecken an der Straße und somit bleiben einem auch heute nur die Gedanken und das beschäftigen mit einem
selbst.
Nachdem ich also das Hörbuch
verarbeitet habe, fasste ich folgende Weissheiten für mich zusammen:
- Der Krieger des Lichts weiß das
er stets Geduld haben muss.
Auch wenn er noch so sehr die
Stille und das Abwarten als unangenehm verspürt, weiß er stets, das Geduld das Wichtigste im Leben ist um nicht von seinem Weg ab zu kommen.
Wir sehen das sehr oft im Leben,
wenn Menschen sich ändern wollen, oder Dinge in ihrem Leben verändern wollen.
Sie versuchen irgendwelche
Methoden, die sie in irgendwelchen Medien aufgeschnappt haben und verlieren nach 2-3 Wochen die Geduld, weil die bis dahin erreichten Ergebnisse nicht die erhoffte Ergebnisse
weiderspieglen.
Anstatt einer Sache Zeit zu geben,
sich im Alltag zu implementieren, dem Kopf die nötige Zeit zu geben, das ganze auch abzuspeichern und darauf zu vertrauen, das es schon früher oder später Wirkung zeigen wird, brechen wir alles
frühzeitig ab.
Danach passiert erstmal nichts,
weil man frustriert ist und seiner Meinung nach zu viel Energie in die Sache gesteckt hat, ohne das was zählbares bei rum kam.
Nach 6-12 Monaten wagen viele dann
wieder einen neuen Versuch.
Diesmal von einem anderen Medium,
mit einer anderen Technik.
Auch hier das selbe
Spiel.
Nach einer gewissen Zeit, wird
abgewogen wieviel sich schon verändert hat und anschließend kommt man wieder zu dem Ergebnis, das es der Aufwand nicht wert ist.
So bewegen sich dann viele Menschen
5-10 Jahre in einem Kreislauf um nur eine einzige Sache zu verändern, ohne nur den kleinsten Erfolg zu verbuchen.
Das demoralisiert nicht nur in der
Sache, die man da gerne abstellen mag, sondern es schwächt auch das Selbstvertrauen für andere Probleme, die man gerne abstellen würde.
Viele Menschen haben so im Laufe
der Jahre aufgegeben, irgendeiner Methode für irgendein Problem zu folgen.
Lieber handeln sie wieder intuitiv
und mit der Hoffnung das die Zeit es ja vielleicht irgendwann von alleine regeln wird.
Viele Menschen warten ihr Leben
lang vergeblich auf die erhoffte Veränderung.
Daher nehmen wir den Krieger des
Lichts als Vorbild und lernen, das Geduld und Fleiß IMMER einen Erfolg verbuchen werden.
Manchmal mehr und manchmal
weniger.
Aber zumindest hat Geduld nicht die
selbe Nebenwirkung wie Aufgeben.
Nämlich das man beim Aufgeben den
Glauben an seine eigene Fähigkeiten verliert.
Sich und seine Künste schlecht
redet und keine großen Herausforderungen mehr angehen mag, weil man Angst hat danach noch demoralisierter zu sein.
Geduld ist einfach nur langweilig,
aber durch die Beharrlichkeit, geben wir kleinen Samen die Chance zu großen Bäumen ran zu wachsen.
Wie jeder weiß, wächst ein Baum
auch nicht in 2-3 Wochen.
Dennoch würde niemand auf die Idee
kommen, den kleinen wachsenden Spross einfach raus zu reißen und dabei zu fluchen, warum es nach so kurzer Zeit noch kein Baum ist.
- Der Krieger des Lichts führt
nicht jede Schlacht oder schämt sich mal eine Schlacht als verloren ab zu geben.
Er weiß, das es klüger ist, manch
Schlachten ab zu geben, damit er die Kräfte für die wirklich entscheidenen Schlachten hat.
Auch hier wissen wir wieder, das
Menschen am Tag
ihre Energie mit so viel sinnlosem Zeug aufbrauchen, anstatt sie für die wirklich bedeutsamen Momente auf zu sparen.
Nehmen wir die endlosen kleinen
Streieterein auf der Arbeit, welche definitiv zu nichts führen, außer das man sich unnötig aufreibt und am Ende des Tages keine Kraft mehr hat um einen Konflikt mit
dem Partner
daheim vernünftig beiseite legen zu können.
Der Mann kommt nach Hause, das
Privatleben fängt an. Er ist 2-3 pampig zu seiner Frau, weil er den ganzen Tag unnötige Streiterein auf der Arbeit geführt hat.
Nachdem er merkt, das er ihr
Unrecht getan hat, kann er es nicht mehr gerade bügeln, da er einfach leer ist.
Vielleicht kommt noch ein
stammelnder Versuch, seiner Frau ein karges entschuldige entgegen zu bringen, aber sie möchte das jetzt gerne ausdiskutieren und erfahren was auf der Arbeit los ist und ob das öfter passieren
wird.
Der Mann erleidet Schnappatmung und
irgendwann wird er dann sauer, weil er sich in die Ecke gedrängt fühlt.
Wieso will sie nicht einfach
verstehen das ich kaputt bin...
Und so kommt über Monate und Jahre
eins zum anderen.
Am Ende sitzt der Mann alleine
zuhause.
Seine Frau ist abgehauen und ihm
kommt die Erleuchtung wie er das hätte verhindern können.
Es ist natürlich ein sehr einfaches
Beispiel, aber das kann man auf alle Probleme im Leben so unmünzen.
Ich verausgabe mich mit Problemen,
die überhaupt nicht wichtig sind.
Oder wer sagt jetzt, das ihm das
Verhältnis zu seinem Arbeitskollegen wichtiger ist, als zu seinem Ehepartner...
Trotzdem sind alle Menschen oder
Probleme, die am Ende des Tages auf einem warten immer die vernachlässigten.
Denn sie sind die Probleme oder
Menschen, die sich mit deiner Restenenergie begnügen dürfen.
Und nur die unwichtigen Dinge am
Anfang eines Tages bekommen die volle Aufmerksamkeit und all das volle Handlunsspektrum zu Gesicht...
Mal ok , auf Dauer der Garant für
jede misslungene zwischenmenschliche Beziehung.
Und immer nur auf das Verständnis
seines Gegenübers zu hoffen ist nicht nur fahrlässig sondern auch in einer gewissen Form egoistisch.
- Der Krieger des Lichts gibt
nichts daraus, was andere Leute von ihm und seinen Zielen halten.
Ihn stört das Gerede nicht, welches
ihm nachsagt das er verrückt ist oder das er Dinge anders angehen sollte.
Er weiß selber was gut für ihn ist
und handelt auch stets danach, diese Punkte nie aus den Augen zu verlieren.
Ich denke hier muss man nicht so
viel erklären.
Wie oft habe ich in meinem Leben
gehört, das mit meiner Einstellung nichts aus mir wird oder das ich mir immer alles so einfach vorstelle, aber noch früh genug aufwachen werde.
Menschen die einen warmen, wobei
das Warnen meist eher wie eine Drohung klingt.
Ich habe das mein Leben lang schon
ignoriert.
Ich habe es mir sogar als Antrieb
genommen und gesagt, jetzt erst recht.
Euch zeig ich es.
Vielleicht nicht immer der beste
Beweggrund im Leben, aber zumindest ein äußerst effektiver Antrieb.
Ich habe dadurch gelernt, mich in
Sachen 3x mehr rein zu knien, 4x mehr hin zu sehen und 5x mehr anzustrengen...
Nur weil ich die drohenden Worte
meiner Kritiker im Ohr hatte und nicht durch Worte, sondern durch Taten zeigen wollte, das sie Unrecht haben.
Kein Mensch der für etwas brennt,
sollte dich jemals nur ein Stück dieser Kohlen, die im Feuer lodern, nehmen lassen.
Alleine das du für etwas brennst,
ist schon 10x mehr als viele deiner Kritiker jemals erreichen werden.
Denn Menschen verlernen für eine
Sache zu brennen.
Sie werden bequemer, begeben sich
nur noch in vertraute Gewohnheien, verlernen das Leben zu genießen.
Bei ihnen brennt garnichts
mehr.
Sehe ihre Kritik als Arm eines
Dämon der dich zu sich in die Verdammnis ziehen möchte.
Wo nurnoch schwarz oder weiß
herrscht, aber keine bunten Farbanteile mehr den Himmel verzieren.
Du wirst Fehler machen, keine
Frage, aber du wirst aus diesen Fehlern lernen und es anschließend noch viel besser hinbekommen.
Du verbesserst dich mit jedem
Fehler aus dem du lernst, wohingegen die Mahner aus garnichts lernen können, denn ihnen geschieht ja auch nichts mehr, woaraus sie lernen können.
Sie verwalten ihr
Leben!
Reine Verwaltungsaufgaben die den
Kreislauf des Atmens am Leben erhalten.
Essen , trinken, pipi und poopoo,
Arbeit, Rechnungen bezahlen und schlafen.
Und irgendwann haben sie nur noch
pipi und poopoo im Kopf.
Nein!
Menschen sollen sich ermutigen,
Feuer zum brennen bringen und nicht gegenseitig die Luft zum Atmen klauen...
Das werde ich mir noch einmal mehr
auf die Fahne schreiben!
Und wenn mir demnächst mal wieder
irgendeiner sagt das ich stur sei und ich schon sehen werde wo mich meine Unbelehrbarkeit hinführt, dann werde ich erwidern,
dass ich nicht stur bin, sondern
weiß was ich will und das ich genauso gespannt bin wo mich mein Weg hin führt, aber ich ihn an diesen Ort auch niemals einladen werde.
Wenn jeder Mensch beim reisen drauf
hören würde, wie gefährlich dies sei und auf was man alles achten müsse, dann würde keiner mehr diese tollen Paradiese entdecken, von denen man garnicht wusste das es sie überhaupt
gibt.
Vielen Menschen bleiben diese Orte
ein lebenslang unzugänglich, weil sie selber Gefangene ihrer eigener gesetzten Mauern sind.
Und das ist metaphorisch gemeint
und ist auch gleichbedeutend, wenn man sich anderer amenschen, Kulturen oder Erfahrungen verschließt.
Darf jeder gerne machen, aber lasst
die anderen ihr eigenen Erfahrungen sammeln, ohne eure Mauern auf ihr Grundstück zu schieben.
Es gab noch mehr tolle Punkte aus
dem
Buch, aber das würde den Rahmen
sprengen und verteile ich lieber noch ein wenig auf die folgenden Tage.
Als ich wie gesagt alles
aufgearbeitet hatte, was ich gehört hatte, widmete ich meine Aufmerksamkeit dann meiner leichten, aber durchaus geistig anregenden Kost.
Die 13 1/2 Abenteuer des
Kapitän Blaubär.
Gelesen von Dirk
Bach..
Tolles Werk.
So phantasievoll und so
detailverliebt.
Für jeden Fan der Phantasie und der
Kunst, oder wer einfach kindliche Geschichten mag.
Kapitän Blaubär kennt ja jeder aus
der Kindheit und er erzählt einfach davon wie er aufwächst und welche Abenteuer er alle dabei erlebt.
Irgendwann muss einfach mal eine andere Gehirnhälfte genutzt werden und um seine eigene Phantasie an zu kurbeln, war das jetzt genau das richtige.
Als wir dann um 16:30Uhr ankamen in der Herberge sind, wo wir unsere Rucksäcke hingeschickt haben, war ich begeistert von der Herberge, welche in einer renovierten Kirche war.
In einer Kirche schlafen ist ja für mich quasi wie zuhause ;)
Leider musste ich erstmal den Schreck verarbeiten, das mein Rucksack nicht da war.
Dannis war angekommen und meiner nicht.
Ruhe bewahren und erstmal anrufen.
Diese Dinger kann jeder klauen, weil die Herbergen nie den Ausweis verlangen, wenn du den Rucksack abholst.
Wie sollen sie also sicher sein, dass du deinen abholst?!
Die Dame von dem Unternehmen bat mich in 15min nochmal an zu rufen.
Danach nochmal in 30min Anzug rufen und um 17:30Uhr meinte sie, das der Fahrer jetzt nochmal alles abfährt und dann vorbei kommen würde, wenn er den Rucksack gefunden hätte.
Nachdem wir im Supermarkt waren und dann wieder zur Herberge zurück sind, sah ich von weitem schon einen Mann mit meinem hellblauen Rucksack und den gelben Clocks an der Seite.
Mein Gott war ich erleichtert.
Das wärs gewesen.
Ich bedankte mich ganz herzlich und konnte endlich duschen gehen und meine Sachen waschen.
Heute haben wir dann beschlossen gemeinsam zu kochen und so kümmerte sich Danni schonmal darum eine Herdplatte für uns zu sichern.
Unterschiedliche Gruppen haben sich mit Kochen und Essen abgewechselt und man musste sich hinten anstellen.
Nach ner Stunde hatten wir es dann auch geschafft Nudeln und Sauce warm zu bekommen und haben dann in der Gemeinsachftsküche gespeist.
Viele bekannte Gesichter, wie die zweite deutsche Gruppe, aber ohne die Israelis zB.
Die Gruppe war ein wenig angeschlagen, da die beiden israelischen Jungs gestern wohl wieder in die Heimat geflogen sind.
Die Mädels fanden das natürlich mega traurig und waren nicht ganz so happy unterwegs.
Es hat aber wohl gerreicht um abends noch Krach für 10 zu machen, als sie erst um 23 Uhr in die Herberge kamen und in der Küche noch einen riesen Lärm veranstalteten.
Wenn man eine Treppe rauf ging, kam man auf eine Art Dachboden.
Vorne die Küche mit Bänken und Tischen, rechts davon Duschen und Toiletten und geradeaus lauter Betten, die wie 4er Boxen zusammengestellt waren.
In jeder Reihe links und rechts immer 4 Doppelbetten.
Ich fand das super, da man so weniger von den anderen mitbekommen hatte und nur in seinem Gang die Leute hörte.
Allerdings hörte man die Mädels abends mega stark und genauso auch den Morgen , als sie wieder wach waren.
Küche und Betten waren ja nicht wirklich getrennt.
Es hallte alleine schon durch die hohen Decken.
Insgesamt war ich aber sehr glücklich mit der Herberge und fand es sehr schön, abends noch mit ein paar bekannten Gesichtern am Tisch zu sitzen.
War irgendwie wie ein gemeinsames Abendessen mit vertrauten Menschen.
Ich bin ins Bett, habe mal 1-2 Tagebuchseiten nachgetragen und habe mich dann zu der kleine Prinz ins Träumen verabschiedet.
Insgesamt kann ich jetzt schonmal verraten, ein schöner Aufenthalt in einer Herberge.
In Kirchen bin ich nunmal zuhause ;)
Anekdote des Tages:
Ich bin ein krigeger des Lichts ;)